Vertrautes neu entdeckt
Diese Bildserie öffnet einen sehr persönlichen Blick in mein privates, häusliches Umfeld und ist stark von den Arbeiten Wolfgang Tillmans inspiriert. Statt bloßer Momentaufnahmen setze ich jedoch auf eine bewusste Verfremdung: Die Aufnahmen sind in Schwarzweiß gehalten und bewusst verwischt. Hier kommt der Einfluss der fotorealistischen Malerei Gerhard Richters ins Spiel, der in seinen Werken häufig mit Unschärfe und fließenden Übergängen spielt.
Durch diese Vorgehensweise entsteht eine neue Ästhetik, die das Vertraute in ein künstlerisches Licht rückt. Der Schwarzweiß-Look verstärkt die Zeitlosigkeit und hebt Details, Strukturen und Stimmungen besonders hervor. Gleichzeitig bringt das Verwischen eine gewisse Abstraktion und lässt die Bilder wie Gemälde wirken – Momente des Alltags erscheinen plötzlich neu und ungewohnt. Auf diese Weise verbinde ich den dokumentarischen Ansatz einer intimen Umgebung mit der künstlerischen Geste der Verfremdung, sodass das Alltägliche zu einer reflektierten, fast träumerischen Erzählung wird.