Flüchtige Orte

Manche Orte begleiten uns nur für wenige Stunden. Wir kommen an. Wir verbringen eine Nacht und am nächsten Morgen ziehen wir weiter. Trotzdem hinterlassen sie einen Eindruck.

Hotels und Ferienwohnungen sind Orte des Übergangs. Sie sind für kurze Zeit ein Zuhause und gleichzeitig Räume, die ständig im Wandel sind. Menschen kommen und gehen, persönliche Geschichten beginnen und enden, während die Räume selbst still zurückbleiben. Gerade diese Vergänglichkeit fasziniert mich.

Wenn wir reisen, richten wir unseren Blick meist nach draußen. Wir entdecken Städte, Landschaften und Sehenswürdigkeiten. Die Orte, an denen wir übernachten, nehmen wir dagegen oft nur beiläufig wahr. Doch auch sie erzählen Geschichten. Nicht durch große Ereignisse, sondern durch Licht, Materialien, Formen und die kleinen Details, die leicht übersehen werden.

Ein Schatten an der Wand. Das Licht eines frühen Morgens. Die Struktur eines Stoffes.

Ein stiller Flur. So entstehen Fotografien, die den Blick auf das Unscheinbare richten und zeigen, dass selbst flüchtige Orte eine eigene Atmosphäre besitzen. Vielleicht liegt ihre besondere Wirkung gerade darin, dass wir wissen, wie vergänglich sie sind. Sie erinnern uns daran, dass nicht nur besondere Reiseziele Erinnerungen hinterlassen.

Manchmal genügt ein einziger Raum, ein besonderer Moment oder ein Blick, den wir im Alltag sonst übersehen hätten.

Diese Serie entsteht während meiner Reisen in Hotels und Ferienwohnungen. Während andere den Ort vor allem als Unterkunft erleben, wird er für mich zu einem fotografischen Erfahrungsraum.  Mich interessiert dabei nicht der Komfort oder die Architektur eines Hotels, sondern seine Atmosphäre. Licht, Materialien, Strukturen und kleine Details werden zu Ausgangspunkten einer fotografischen Auseinandersetzung mit Räumen, die nur für kurze Zeit Teil unseres Lebens sind und dennoch Erinnerungen hinterlassen.